Trauerlaudatio für: Edeltraud Biereder, geb. Korgitta, 12.03.1933 – 16.06.2018


Lieber Sepp, liebe Angehörige und Verwandte,liebe Trachtlerinnen und Trachtler, sehr geehrte Trauergemeinde,

 

Der Gebirgstrachtenverein „Alpenrose“ Heppenheim e.V. trauert um sein verstorbenes Ehrenmitglied Edeltraud Biereder.

Der Vorstand hat mich gebeten, eine Trauerlaudatio anlässlich dieser Trauerfeier zu halten. Dieser Bitte komme ich natürlich gerne nach.

 

Geht´s Briada wisst´s es, wie alles ogfangt hat,
Geht´s Briada wisst´s es, wie es is´ mit am End´


Das vorausgegangene Lied, welches vorhin gespielt wurde, wurde bewusst in den Ablauf dieser Trauerfeier eingebaut, da es den Verlauf des Lebens in kurzen Worten bzw. in zwei Strophen widerspiegelt.

Da fragt einer seine Brüder, wie alles angefangen hat auf der Welt. Im weiteren Verlauf des Liedes kommt dann die Frage auf, wie es ist mit dem Ende, mit dem Sterben, wie wird man in den Himmel aufgenommen.

Bezogen auf dieses Lied, gesungen von den Jungen Ramsauer Sängern, möchte ich mit einigen Worten das trachtlerische Wirken von Edeltraud Biereder skizzieren.

Sinnbildlich jetzt auf unsere Traudl reflektiert, begann Alles damit, dass Sie einen jungen feschen Trachtler, Josef Biereder, bei einem Ausflug des Trachtenvereins, der nach Birkenau im Odenwald führte, kennen lernte und aus dieser ersten Begegnung der Beiden, schlussendlich ein Ehepaar wurde. Sie bekam dadurch Kontakt mit dem Bayerischen Brauchtum und trat am 01. Januar 1952 unserem Verein als aktives Mitglied bei. Sie fand sehr schnell Ihren Platz innerhalb der Trachtlerfamilie Heppenheims. Man spricht ja oft darüber, dass die Trachtenvereine auch als eine große Familie gleichgesinnter anzusehen sind. Gleich zu Beginn Ihrer Mitgliedschaft engagierte sich Traudl rege im Vereinsleben, zum Beispiel auch als Fahnenbraut bei der damaligen Weihe unserer ersten Vereinsfahne.

Liebe Anwesende, für uns ist es eine Ehrenpflicht, dass wir unser verstorbenes Mitglied Edeltraud Biereder, die damalige Fahnenbraut, mit unserer älteren der zwei Vereinsfahnen auf Ihrem letzten Weg begleiten. Es war auch Ihr ausdrücklicher Wunsch, den Sie vor Kurzem gegenüber eines Ihrer Kinder äußerte, dass wir Sie mit der 1952 geweihten Fahne auf Ihrem letzten Weg begleiten.

An der Stelle ein herzliches Dankeschön an die anwesenden Trachtenvereine und deren Fahnenabordnungen, die heute bei der Trauerfeier und anschließenden Beisetzung anwesend sind.

In den früheren Jahren Ihrer Mitgliedschaft hatte Sie gemeinsam mit einem weiteren Trachtendirndl und dem damaligen Vereinsmusiker Hans Vrba mit Zitherbegleitung, alpenländische Lieder einstudiert und bei den verschiedensten Anlässen dem anwesenden Publikum dargeboten. Das Lied, „Kinder der Berge“. welches zu Beginn dieser Trauerfeier gespielt wurde, eine Aufnahme aus 1954, war eines aus Ihrem damaligen Repertoire.

Im Laufe Ihrer nunmehr 65-jährigen aktiven Mitgliedschaft, hat unsere Traudl sehr viel für den Trachtenverein geleistet. Sie war immer zur Stelle, wenn es galt, bei Veranstaltungen des Vereins zu helfen und zu organisieren. Viele Jahre stand Sie selbst mit der „Aktiven Gruppe“ gemeinsam mit Ihrem Ehemann Sepp, auf der Bühne, um unseren Verein entsprechend in der Öffentlichkeit zu repräsentieren. Sie hat Ihrem Ehemann während seiner langjährigen Vorstandstätigkeit immer den Rücken freigehalten und Ihn dabei auch unterstützt, sein Ehrenamt ausführen zu können. Und das nebenbei bei der Erziehung der 11 Kinder, die aus der Ehe hervorgingen.

Werte Trauergemeinde, alle Leistungen von Traudl Biereder im Detail aufzuzählen, würde den zeitlichen Rahmen der Trauerfeier sprengen. Eines jedoch gilt es noch zu erwähnen, Sie war bei vielen Trachtlerinnen und Trachtlern aus Nah und Fern, man kann sagen von Hamburg bis nach Oberbayern bekannt und wurde von Allen geschätzt. Für Ihre Verdienste in der Trachtensache wurde Edeltraud Biereder von Seiten des übergeordneten Rhein-Main-Gauverbandes mit der Verdienstnadel ausgezeichnet und in unserem Verein, neben vielen Ehrungen für Ihre langjährige Mitgliedschaft und Treue zum Verein, zum Ehrenmitglied ernannt.

Für die erbrachten Leistungen für unseren Trachtenverein gebührt Ihr auch heute, am Tag des Abschiedes, noch unser Aller Dank und Anerkennung.

Geht´s Briada wisst´s es, wie es is´ mit am End´

Ich komme wieder zurück auf das vorher gespielte Lied. Die zweite Strophe des Liedes handelt davon, welche Voraussetzungen es zu erfüllen gilt, um am Ende des Lebens in den Himmel aufgenommen zu werden. Da ist die Rede von Demut, Barmherzigkeit, Treue und Vertrauen. All diese Eigenschaften kann man auch unserem verstorbenen Mitglied zugestehen. Ich denke, das Alles trifft auf alle Fälle auf unsere Traudl zu, im Umgang mit Ihrer Familie im privaten Umfeld, aber auch im Umgang mit unserer Trachtengemeinschaft, unserer Trachtlerfamilie.

Diese Werte hat Sie uns vorgelebt und zu gegebener Zeit, wenn es auch ab und an mal nicht so rund lief, immer mal wieder eingefordert.

An der Stelle, werte Anwesende, lassen Sie mich noch ein weiteres Wort des Dankes einfügen. Und zwar an Herrn Pfarrer Sticksel für den geistlichen Beistand im Laufe der Woche und heute bei der Trauerfeier und anschließenden Beisetzung, aber auch an Udo Wedhorn für den weltlichen Beistand und seine organisatorische Arbeit für die Trauerfamilie Biereder.


Zum Schluss noch ein direktes Wort an unser verstorbenes Ehrenmitglied:

Liebe Traudl, wir Mitglieder, aktive, passive und Ehrenmitglieder möchten uns von Dir in tiefer Zuneigung und Dankbarkeit verabschieden. Aber, wir sind uns sicher, dass es dort wo Du jetzt hingehen wirst, irgendwann ein Wiedersehen mit uns Allen geben wird. Vielleicht sogar in einem weißblau geschmückten himmlichen Festzelt. Das wäre unser Wunsch.

Du wirst uns unvergessen bleiben und wirst in unseren Herzen einen Ehrenplatz bekommen. Dieser Abschied ist auch gleich ein Beginn, ein Beginn der Erinnerung an Dich.

Pfüad Di Gott, liebe Traudl.

Trauerlaudatio erstellt und vorgetragen von Jürgen Merz, 22. Juni 2018